Borsighafen 3

 

Borsighafen

Der Borsighafen ist der ehemalige Hafen der Borsigwerke in Berlin-Tegel und wird heute als Sportboothafen genutzt.

Seine ‚Abtrennung‘ vom Tegeler See entstand erst in den späten 1940er Jahren nach dem zweiten Weltkrieg. Der Borsigdamm wurde künstlich durch den nordöstlichen Teil des Tegeler Sees gelegt, um eine Umgehungsstraße für das sich immer mehr ausdehnende „Borsig“-Werksgelände zu schaffen.  Er entstand durch Aufschüttungen von über einer Million Kubikmeter Trümmerschutt. Bereits zu Beginn des Jahres 1922 wurden Verhandlungen mit den Borsigwerken aufgenommen mit dem Ziel, den Uferweg vor dem Werkgelände von der Veitstr. bis zur Neheimer Str. (früher Eisenhammerweg) zu erhalten. Allmählich entstand stattdessen der Plan, vor dem Borsig-Werkhafen einen Damm anzulegen und den Uferweg darauf fortzusetzen. Der Vorteil einer solchen Lösung bestand darin, dass die am Kai liegenden Frachtschiffe dadurch vor starken Westwinden des nach Südwesten hin offenen Tegeler Sees geschützt wären.

1950 wurden erste Bäume und Sträucher direkt in den Trümmerschutt gepflanzt. Weder Mutterboden noch Mineralboden fand Verwendung. Bei der Auswahl der Bäume, Sträucher und Stauden wurde auf Artenvielfalt gesetzt. Heute lassen nur noch Stürme in Orkanstärke, die gelegentlich Bäume entwurzeln, den Trümmerschutt aus der Zeit der Anlage des Borsigdammes erkennen.

1954 entstand der Schmuckbogen des Bildhauers Schultze-Seehof, fast ausschließlich aus Teilen von Trümmerschutt. Die Motive auf dem Mosaikbogen weisen auf die Wassersportmöglichkeiten hin, die der Tegeler See bietet.

Am südlichen Ende des Borsigdamms befindet sich eine Freitreppe zum See. Auf der halbrunden Terrasse neben der Freitreppe wurden 1983 zwei alte englische Kanonenrohre aufgestellt, welche die Reinickendorfer Partnerstadt Greenwich überreicht hatte. Die beiden gusseisernen Mündungslader waren beim Umgraben der Themsewiesen gefunden worden.

Das historische Borsigareal wurde in den 1990er Jahren in einen modernen, multifunktionalen Wirtschaftsstandort umgewandelt. Wo das Unternehmen Borsig einst Lokomotiven und Landmaschinen herstellte, werden heute moderne Flächen für Verwaltung, Lagerung und Produktion angeboten. Der Gewerbe- und Logistikpark Dock 100 liegt direkt am Borsighafen und inmitten des 15 Hektar großen ehemaligen Borsiggeländes. Ergänzt wird das Flächenangebot durch die im Jahr 1900 erbaute Veithalle und die unter Denkmalschutz stehende Borsighalle.