Rathaus Reinickendorf 1

 

Rathaus Reinickendorf

Das im Jahre 1911 eingeweihte Rathaus Reinickendorf im Ortsteil Wittenau gehört mit seinem Turm zu den Wahrzeichen des Bezirks.

Der Backsteinbau in Anlehnung an das holländische Barock wurde mit Muschelkalk versetzt und erhielt einen 54 Meter hohen Turm. Die Verzierungen am Nebeneingang stammen vom Schöneberger Bildhauer Julius Wolff. Im Erkerzimmer, ehemals Dienstzimmer des Amtsvorstehers, mit seinen kunstvoll gestalteten Fenstern aus buntem Glas, finden heute standesamtliche Trauungen statt. Wer keinen so gewichtigen Grund wie eine Trauung für einen Besuch im Rathaus hat, kann sich im Ratskeller kulinarisch verwöhnen lassen. Im Giebel des alten Rathauses befindet sich der architektonisch beeindruckende Sitzungssaal mit einer Höhe von 8,20 m und einer Fläche von ca. 150 m², in dem heute die Bezirksverordnetenversammlung tagt.

Zwischen 1950–1955 wurde das Rathaus Reinickendorf umfassend erweitert. Der große Erweiterungsbau, der in drei Abschnitten errichtet wurde, schließt südlich an den Altbau von 1911 an. Vor der Erweiterung wurde ein großzügiger Stadtplatz angelegt – mit einem Brunnen, Bäumen, und Bänken – von dem aus auch der neue Haupteingang erschlossen wird. Die Skulptur des stehenden Jünglings von der Bildhauerin Lidy von Lüttwitz wurde mit Fertigstellung des Hauptbauteils 1954 seitlich des neuen Haupteingangs aufgestellt.

Weit über die Reinickendorfer Grenzen bekannt ist auch der sich anschließende 1957 erbaute Ernst-Reuter-Saal, in dem rund 700 Personen Platz finden und wo vor allem Konzerte klassischer Musik, aber auch andere kulturelle und aktuelle Veranstaltungen stattfinden. Bereits in den Jahren vor der Eröffnung gab es in Reinickendorf eine rege Konzerttätigkeit, die ab 1957 hier ihre Heimat fand. Die architektonische Gestaltung, an der Orchester, namhafte Sänger und Schauspieler jener Zeit mitwirkten, ergab, dass er bei seiner Eröffnung als einer der Säle mit der besten Akustik in Deutschland galt.

Das Rathaus beherbergt heute zudem die Rathausgalerie. In wechselnden Ausstellungen wird hier überwiegend zeitgenössische Kunst gezeigt.